Blog

China – 中國  – Shanghai – 上海

Bildergebnis für flagge china bilder

Neunter Blog am 15. November 2018

 Was passiert, wenn Du dich entscheidest, aus deinem gewohnten Leben auszusteigen und in das Expat-Leben einzusteigen? Ich kann klar sagen:viel! Positives und negatives läuft dir über den Weg und ich muss kanalisieren, abblocken, zulassen, eingehen, verdauen, grübeln und zu aller letzt immer wieder entscheiden. Das fällt einem Sternzeichen Zwilling nicht leicht, das gebe ich zu. Was allerdings dabei immer wieder auftaucht ist das Reflektieren. Entscheiden geht bei mir nur dann, wenn ich Dinge aufschreiben, Kreise um Worte mache, Pfeile und Anmerkungen, weitere Infos suche, kanalisiere und da aus den vielen Zetteln wieder einen mache. Der gedankliche Strich kommt und die Entscheidung fällt. Also habe ich immer Stift un Papier zur Hand. 

Das Bloggen kam mir in den Sinn, als ich vor vielen Wochen da saß und das Expatleben vor mir stand und sagte: Hey, Luise, es kommt eine spannende Zeit auf Dich zu! Heute schreibe Ich meinen neunten Blog und ich kann die Frage “Kann Schreiben Therapie sein?“ mit Ja beantworten. Es tut einfach gut, Dinge mal richtig in Worte zu fassen und das eben nicht nur in Stichworten auf meiner To-Do Liste, sondern so die Dinge und Gedanken “dazwischen“ niederzuschreiben. Das schärft bei mir das Bewusstsein für alles, was mir wichtig ist und ich gebe zu, dass beim Schreiben auch mal die Tränen fliessen gerade weil ich die Dinge mal niederschreiben und ich mir über Formulierungen Gedanken mache. Schon als Kind habe ich Tagebuch geschrieben und habe lustige Sticker dazugeklebt und auch mal den rosa Elefanten in allen Größen aus dem Heftchen ‘Zugbegleiter‘ der Deutschen Bahn ausgeschnitten. Wer kennt ihn noch, den rosa Elefanten, der immer lächelnd dich im Abteil erwartet hat? Er warb mit Spartickets und kostenlosen Tickets für Kinder. Das war super, denn ich habe 3 Schwestern, die auch mit meiner Mutter und mir im Zug in die Ferien fuhren. Da blieb dann viel Geld für einen neuen Badeanzug oder eine neue Schaufel am Strand oder Unmengen an Softeis auf der Insel Föhr übrig!

Den rosa Elefanten werde ich in einem Chinesischen Hochgeschwindigkeitszug von Shanghai nach Peking oder Shanghai nach Hongkong mit Sicheriheit nicht finden, da nutze ich dann irgendeine chinesische App, bezahle mit WeChat (das chinesische WhatsApp) und klebe vielleicht dann mein Ticket in ein Buch, falls es nicht dann auch online ist – was ich vermute. 

Also, kleben mache ich weiter, ausschneiden mache ich weiter, fotografieren mache ich natürlich weiter und das Schreiben ist nun zu einem festen Bestandteil wieder geworden. Vor 17 Jahren, als ich mit meinem Mann in Italien als junges Expat-Ehepaar lebte, habe ich auch als Therapiemaßnahme einen Creative Writing Kurs bei einer Amerikanerin belegt. Das war sehr speziell, half mir über vieles hinweg.

Meine Mutter schaut heute mit Liebe auf uns herunter und würde wahrscheinlich sagen: “Didi (das ist mein Spitzname), Shanghai ist aber ganz schön weit weg, dort ist es doch hoffentlich nicht gefährlich und du musst auf deine Kinder gut aufpassen.“ Ich würde ihr antworte: Mutti, mach Dir keine Sorgen, wir schaffen das und ich schreibe Dir Briefe, wie es in Shanghai so ist und ich schicke Dir tolle Fotos.

Nächste Woche schreibe ich dann wieder oder ihr schreibt mir etwas. Ich würde mich freuen! 

Luise 

Achter Blog am 8. November 2018

Die Zeit rennt dahin und das gemeinsame Leben mit meinem Mann in Ingelheim endet in 8 Wochen. Am 7. Januar geht es für ihn nach Shanghai, der neue Arbeitsvertrag ist unterschrieben. Unser Weg ist nun definitiv klar. Drei bis vier Jahre werden wir in Shanghai leben und zum dritten mal in das Expat-Leben eintauchen. Im Januar wird mein Mann noch Fünfzig, eine Zahl, wo der ein oder andere in eine Midlifecrisis geht und sich endlich den ersehnten Porsche oder die ersehnte Uhr oder anderes Materielles kaufen muss, weil es halt so ist. Meiner hat da gar keine Zeit zu, denn er kümmert sich um viel Wichtigeres. Er kümmert sich um seine Familie und um das Wohl aller. Dies macht er mit einer Hingabe und Intensität, wo ich nicht hinterherkomme und ich mich frage, woher er diese Kraft nimmt. Alle vier Kinder sollen ja irgendwie mit der neuen Situation glücklich sein und sich wohl fühlen mit den Entscheidungen, die wir mit ihnen für sie treffen. Und dann bin ja auch noch ich, seine Frau, da. Auch nicht immer leicht!  Neben all dem Organisieren gibt es für ihn den laufenden Job, den neue Job, eine große Stiftung, seine Eltern und seinen Bruder, sein Revier und seine Freunde. Auch er hat sich ein Buch zugelegt, um alle Gedanke und To Do Listen zu notieren. Alle Bälle sollen ja in der Luft jongliert werden. Ganz nüchtern und  eher technisch werden die beiden Jobs und die Stiftung und sein Revier behandelt. Das ist irgendwie “business“, das emotionale ist ja das, was mehr Kraft kostet. Seine Eltern sind natürlich traurig, dass wir weg ziehen und wir uns nicht mehr so häufig vorerst sehen können, die Freunde irgendwie verabschieden, da wird in der nächsten Zeit auch nicht viel Zeit übrig bleiben. Das Emotionalste und Wichtigste ist und bleibt der Kern des Ganzen: die Familie. Für ihn stellt sich wiederholt die Frage: was kann ich tun, dass alle glücklich sind? Ein bisschen wie Vater Janosch, der seine Frau morgens ins Büro zwitschern lässt und seine 7 Kinder auf unterschiedliche Weise glücklich macht. Ein tolles Buch! Ich zwitschere zwar nicht ins Büro, sondern an meinem Schreibtisch und blogge oder schnappe mir meine Kamerataschen und flitze zum Kunden. Ich bin für ihn da und er ist für mich da und wir besprechen die Dinge und leuchte sie aus. Teamarbeit! Für die Kinder steht nun ihr Fahrplan fest. Unser ältester Sohn ist bereits im 2. Jahr in einem tollen Internat in Schottland -Gordonstoun- und ist dort mehr als glücklich. Jedoch würde er auch mal gerne in einer Millionenmetropole leben. Als 16 jährige nur zu gut zu verstehen. Jedoch bleibt er im hohen Norden und kann nach seinem Schulabschluss ja auch ein Gap-Jahr machen und bei uns sein. Unsere Tochter hat sich nun auch für Schottland entschieden, für das gleiche Internat. Diese Entscheidung war nicht leicht für sie. In unseren Augen genau das Richtige, denn sie wird in einer tollen Gemeinschaft sein, Boarding Schule erleben und auch ihren Golfsport nicht aus den Augen verlieren. Sie ist ein großes Talent und viele Türen stehen für junge Golferinnen nach dem Schulabschluss offen. Ich werde sicherlich viel traurig sein, dass sie dann nicht mehr bei mir ist, es ist aber das Loslassen des Kindes zum richtigen Zeitpunkt und wir haben alle unsere Kinder zur Selbständigkeit erzogen. Nun wird sie auch in die große Welt ziehen ohne mich ständig bei sich zu haben. Die Jungs gehen mit uns und wir schicken sie auf eine britische Schule! Auch für sie wird es eine Umstellung sein, jedoch sind die beiden ein Team und habe sich und sie sind bei uns. Werden sie ihre Geschwister vermissen? Oh, ja, sie vermissen jetzt auch sehr ihrem großen Bruder und wenn die geliebte Schwester dann auch nicht da ist, ja, das wird nicht leicht. Und da springen dann wieder mein Mann und ich ein, wir fangen auf, wir reden gut zu, wir bauen auf und wir lenken ab.

Ich sehe jetzt schon vor meinem Auge meinen Mann, der die maximale gemeinsame Zeit bei unterschiedlichen Ferien auf unterschiedlichen Kontinenten herausarbeitet, die besten Flüge sucht und mit mir die schönsten Ferienorte erkundet. Vielleicht wird es dann nichts exotisches, denn alle wollen nach Deutschland in unsere Mühle im Hunsrück aber vielleicht suchen wir auch ein Reiseziel, das für alle neu ist und wir es gemeinsam als Familie entdecken. Und danach, was auch immer wir unternommen haben, nehme ich meine Erinnerungen an diese Zeit und lege sie sorgfältig in meine Schublade und wenn es mir danach ist, öffne ich die Schublade, lasse die gemeinsame Zeit mit der Familie an mir vorüberziehen. 

Mir ist klar: Familie ist ein Ort der Kraft, eine intakte Familie ist etwas Besonderes gerade wenn das Expat-Leben ruft und alle glücklich gemacht werden müssen, eben so wie Vater Janosch es vormacht.

Luise 

Siebter Blog am 27. Oktober 2018

Tja, die Wohnungssuche in Shanghai hat nun leider kein erfolgreiches Ende genommen. Von den vielen Wohnungen, die wir beim Look-and-See Trip gesehen haben, kam sowieso nur eine in Frage, denn diese einzige hatte genügend Schlafzimmer. Nun hat ein anderer sie uns weggeschnappt und die schwierige Suche nach ausreichend Schlafzimmern in einer Wohnung in der French Concession geht weiter. Ich bin da entspannt, denn in der Tat komme ich erst mit den Kindern im Äugst 2019 nach Shanghai und mein lieber Mann muss nicht unbedingt ab Januar in einer so großen Wohnung sein, etwas kleines für die ersten 7 Monate, in denen er sicherlich nur arbeitet, ist bestimmt nicht schlimm. Klar ist aber auch, dass ein “das habe ich im Sack und muss mich nicht mehr drum kümmern“ auch ein Punkt weniger auf der To-Do Liste für einen Umzug nach Shanghai ganz gut wäre. 

Die To – Do Liste passt auf ein Blatt Papier nicht mehr ganz drauf, so habe ich mir ein Buch zugelegt, um der Zettelwirtschaft ein Ende zu setzen, denn im entscheidenden Moment ist der eine kleine Zettel so oft bei mir nämlich gerade nicht auffindbar. Es gibt in Hamburg einen tollen Verlag, der so wunderbare Notizbücher von A6 bis A4 in den tollsten Farben anbietet, dazu geschickt gestaltete Jahreskalender in vielen Variationen. Zur Zeit arbeite ich mit der Farbe schwarz – mein jetziger Kalender -, mit der Farbe mittelblau – Kalender 2019, der sich zunehmend füllt -, mit der Farbe gelb – alles Wissenswertes über Shanghai und China -, mit der Farbe hellblau – mein Foto Fotolia/Adobe Stock Schlagwort Register (jede Fotografie, die in in dieser Fotoagentur zum Verkauf anbiete muss ordentlich verschlagwortet werden ), mit der Farbe knallgrün – mein Blogbuch, wo ich Ideen und Gedanken über meine Schreibaktivitäten notiere und sammle – mit der Farbe rot, meine To – Do Bibel für den Umzug in ein neues, anderes Leben:  das Abenteuer Shanghai!

Ich war lange Jahre eine Verfechterin von Digitaler Dokumentation, digitalem Kalender und digitaler To-Do Liste. Ich bin zunehmend nicht mehr damit zurecht gekommen und liebe meine bunten Bücher über alles. Back To the roots der analogen Welt, die in viele Bereichen ein Revival feiert. Es kann leider dann doch mal vorkommen, dass wir in unsere Wochenendidylle im Hunsrück fahren und ich mit 6 bunten Büchern meine Handtasche überfordere – dann muss eben der Rucksack her.

Meinen Mann habe ich damit auch schon angesteckt, er hat erstmal 3 schlichte blaue Notizbücher gekauft, will er ein Tagebuch beginnen? Ich bin mir nicht sicher. Viel zum Scheiben von seinem und unserem intensiven Leben hätte er mit Sicherheit.

Er hat eine Abschrift von den Tagebüchern seines Großvaters aus Kriegsjahren. Das zu lesen ist keine leichte Lektüre, es öffnet mir jedoch die Augen und meine momentanen Sorgen und Bedenken kannst ich im Vergleich zu diesen Jahren immer wieder ins rechte Licht stellen und mir wird klar, dass Dein Ross, auf dem Du möglicherweise jammerst so unendlich groß ist, dass keiner einen Fuß auf den Boden setzen kann. 

Bevor das alles mit Handy und PC begann habe ich von im den Filofax-Kalender meine Aktivitäten analog notiert, ich habe sie in einer meiner unzähligen Holzkistchen und blättere auch da manchmal drin, wenn ich zum Beispiel mich frage, wo ich 1992 meinen Geburtstag gefeiert habe. Dann krame ich in meinen unzähligen Fotokistchen und schaue Fotos an und denke: Huch, welch Modesünde und dann: welch schöne Erinnerung.

Wie bewahrst Du Deine Erinnerungen auf? An einer imaginären Kette und immer, wenn ein schöner Moment dazukomme, ziehst du eine neue Perle auf oder machst Du es wie ich? Ich habe einen Schrank voller kleiner und großer Schubladen. Die Schubladen sind ganz unterschiedlich. Leichte und schwere, große und kleine, lustige und traurige. Irgendwie sind sie bunt gemischt, damit sie an der ein oder andere Stelle nicht zu lastig werden. Einige Schubladen habe auch ein Schloss, dass nur zu besonderen Momenten geöffnet wird, weil sie nicht gut tun, wenn sie so einfach von mir geöffnet werden. Das ist dann reiner Selbstschutz, legitim, verständlich und praktikabel.

Ich habe zwei große Schränke mit unzähligen Schubladen, auf dem einen Schrank steht Bella Italia und auf dem anderen Viva Mexico. Meine Jahre im Ausland als Expatehefrau, Expatmutti, Expatlady, Expatnerd, Expatüberlebende, Expatspezialistin befinden sich darin auf bunten durchsichtigen Zetteln. Nun muss ein neuer Schrank her. Was soll darauf stehen? Ich finde China – Reich der Mitte ganz gut. 

Bis nächste Woche! 

21. Oktober 2018 – der sechste Blog

2 Wochen war ich nun mit meiner Familie unterwegs und wir haben gemeinsam unser Abenteuer China vorangetrieben. Unsere dritte Auslandsstation beginnt, Form anzunehmen. Die Italienzeit von 1999-2003 ohne Kinder war ein Leichtes und die Mexikozeit von 2005-2008 haben wir als große erste Herausforderung in unserer jungen Ehe angesehen. Mit zwei Kindern hin und mit vier Kindern zurück. Mit einem Container hin und mit drei Containern zurück. Die Comfortzone hatten wir verlassen und es nicht bereut. Diese Erfahrung hilft uns nun, das Projekt Shanghai zu nehmen und es in vielerlei Hinsicht gelassener zu sehen. Es wird schon irgendwie.

Die letzten 8 Tage haben wir diese Metropole in uns aufgesogen. Wie waren meine ersten Eindrücke, die sich auf ein Leben dort bezieht und nicht als Tourist?

Die Stadt ist sauber! Es fliegt kein Müll herum, Laub und Abfall wird ununterbrochen von fleissigen Händen aufgefegt. Die Stadt ist leise! Die knatternden und stinkenden Motorräder, die ich aus Italien kenne, gibt es nicht. Alle Motorräder fahren mit Elektromotor, eine Vorgabe des Staates. Die Autos fahren mit Sprit, jedoch müssen alle Autos bis 2020 mit Elektromotoren versehen sein. Viele Elektroautos bereits zu sehen und an den grünen Nummernschildern zu erkennen. Die Benziner oder Dieselautos haben blaue Nummernschilder. Clever gelöst!  Das Hupen ist verboten! Alle Autos schieben sich durch die Stadt, es ist ein Gedrängel, aber die Hupe bleibt unberührt, ein Phänomen, das in der Stadt eine ungewohnte Ruhe erzeugt, auch wenn es hektisch und geschäftig zugeht.  Die Stadt schläft nie. Der Verkehr ist immer da, tagsüber der Berufsverkehr und nachts der Versorgungsverkehr. Es gibt natürlich auch Randzeiten, wo der Verkehr besser läuft und viele sich genau dann – meist sehr früh am Tag –  hineinstürzen, um nicht so ewig ins Büro zu brauchen. 

Die Stadt hat 600 Starbucks Cafés! Der Flagship Store hat 2000 Quadratmeter und ist ein absolutes Happening. In ganz Deutschland gibt es gerade mal 156 Starbucks, in ganz China fast 2000 –  nur mal so zum Vergleich. Es ist eben alles größer und 24 Millionen Shanghaier müssen ja auch versorgt werden. Meine Tochter liebt Starbucks – dort war sie auf Wolke sieben und hat wie ihre Brüder die Rösterei und die vielen kupferfarbenen Leitungen an den Decken bestaunt. Mein Mann und ich sammeln Starbucks Tassen, wir haben in Mexiko mit der Leidenschaft angefangen und haben mittlerweile 150 Tassen. Komischerweise haben wir in den vielen Starbucks Filialen „unsere“ Tassen nicht gefunden, so dass wie mit leeren Händen nach Hause gekommen sind. 

Apropos Sammeln: mir war bis vor 2 Wochen gar nicht bewusst, wieviele unterschiedliche Blechdosen in Supermärkten verkauft werden. Ich habe für meinen Golffreund aus Berlin kräftig gesammelt, die Kinder mit Enthusiasmus dabei. Schrill und bunt bis zu cool und trendy – alles zu finden. Der Inhalt war nicht immer cool, so dass wir auch klar sagen können: andere Länder, andere Geschmäcker!  Wir haben geschickt gepackt und haben 30 leere Dosen importiert! Die verpacke ich heute und sie treten ihre Reise in die Berliner  „Hall of cans“ an. 

Die Chinesen mögen Geschenke! Zunächst sind wir unglaublich freundlich am Flughafen Shanghai-Pudong von 5 lächelnden Chinesen in Empfang genommen worden, nachdem wir von einem „special officer“ so ein bisschen VIPmässig an allen langen Schlangen vorbeigeführt worden sind und alle strengen Kontrollen flott abgehakt waren. Die zukünftige Sekretärin war da, die Chefin und die Assistentin von der Relation Agentur und zwei Fahrer. Unglaublich nett. Wir haben unseren Fahrer Neo kennengelernt, ich bekam von ihm eine große Pralinenschachtel direkt überreicht. Kaum waren wir in unserem Hotel angekommen, hat meine Tochter von der Assistentin eine großen Korb mit chinesischen Leckereien überreicht bekommen. Der Korb war randvoll. Und am nächsten Morgen vor der Abfahrt zum erstem Termin haben die Kinder von einer anderen freundlich lächelnden Mitarbeiterin vom Unternehmen, eine Tüte mit chinesischen Holzspielzeug überreicht bekommen. Sie war extra ins Hotel gekommen, um sich persönlich zu vergewissern, dass wir wohl auf sind. Was für ein ein Anfang, was für ein Umkümmern, was für ein Umsorgen! Was ein herzlicher Empfang, auch wenn es für die Chinesen selbstverständlich ist, und ich denken könnte, dass das doch alles gar nicht notwendig ist! Doch! Es gibt mir einen gutes Gefühl und die Freundlichkeit tut gut! Das wäre in Deutschland mit Sicherheit nicht passiert! Servicewüste Deutschland! 

Meine Kamera habe ich natürlich dabei gehabt, auf ein Objektiv habe ich mich reduziert, mein geliebtes 50mm war mit! Fotos stelle ich in Kürze auch online! 

Bis die Tage !

11.Oktober 2018 – der fünfte Blog 

Mehr als 20 Jahre ist es her, dass ich mit einem alten Golffreund aus meiner Berliner Zeit Kontakt hatte. Plötzlich bekomme ich von ihm eine e-mail. Er hatte mich und meinem Blog in den sozialen Medien über einen gemeinsamen Freund entdeckt, dabei gelesen, dass ich mittlerweile Fotografin bin, einen Blog schreibe und viel in der Weltgeschichte herumgereist bin. Er hingegen ist in  Berlin geblieben, ist der Golfwelt treu geblieben und darin fest verankert mit Job und Golfzeitung. Es hat nicht lange gedauert und wir haben telefoniert, ein Schwelgen in der damaligen Zeit und wie anders die Golflandschaft geworden ist und wie schön es vor 25 Jahren doch war. Ist denn früher wirklich alles besser gewesen? Wir kamen fast zu dem Schluss, jedoch wäre es zu verkürzt. Die Golfwelt ist anders geworden so wie auch die Gesellschaft, das Miteinander und das Füreinander. Wir haben miteinander viel gelacht und haben füreinander Schönes beschlossen. Ich liefere ihm für seine Golfzeitung für das Nächste Jahr Bildmaterial, darüber freue ich mich natürlich sehr, denn meine Golffotos bekommen mehr Aufmerksamkeit. Er erzählte mir von seiner Sammelleidenschaft. Dunkel habe ich mich im Nachhinein auch daran erinnert. Er sammelt Blechdosen. Bis Ende des Jahres sollen es 10.000 sein. Ich bin total beeindruckt, denn es sind alles unterschiedliche Dosen aus der ganzen Welt, gesammelt in den letzten 30 Jahren. Meinen Blog schreibe ich gerade aus Schottland, genaugenommen aus Lossimouth, einem kleinen beschaulichen Ort in der Nähe von Elgin. Hier bin ich für 5 Tage. Ich habe genug Zeit, auf Streifzug zu gehen, um Dosen zu finden und ich habe in der Tat 10 Dosen entdeckt, die in seiner Sammlung fehlen. Beeindruckend, dass er sofort wusste, dass er diese nicht hat. Am Samstag geht es dann nach Shanghai, dort werde ich sicherlich wieder auf Streifzug gehen, um weitere Dosen zu finden. Macht Spaß, anderen eine Freude zu bereiten! 

Warum bin ich nun in Schottland? Zum einen bin ich mit meiner Familie hier, um ein bisschen Ferien zu machen und zum anderen um unserer Tochter die Möglichkeit zu geben, sich ein Internat anzugucken, wo auch schon ihr älterer Bruder die Schulbank drückt. Sie scheint begeistert zu sein, alle Sinne werden dort angeregt und das Schulmotto “Plus est en  vous“ (Es steckt mehr in dir!) wird dort mehr als gelebt. Ach, wäre ich nochmal 15 Jahre alt … 

Mein Streifzug geht am Sonntag gleich weiter, denn der Familien Look-and-See Trip nach Shanghai geht am Samstag los. Schulen anschauen, Appartments, Kulturtraining und Sightseeing. Dann werde ich sicherlich wieder Dosen sammeln gehen, den Inhalt probieren, entweder geniessen oder verdammen. Die Dose ist wichtig, nicht der Inhalt! Und unbeschädigt sollen sie dann irgendwann mit den schottlischen Dosen im großen Berliner Dosenlager landen. Hoffentlich klappt das!

Freundschaften halten auch über lange Jahre der totalen Funkstille, eigentlich knüpft man dort an, wo es – warum auch immer- aufgehört hat. Hätte ich nicht mit meinem Blog angefangen und hätte mein Berliner Golffreund diesen Blog auch nicht von einem Freund gehört, dann hätte ich hier in Schottland nicht so viel Dosen-Sammel-Spaß gehabt und sicherlich wird diese Freundschaft reaktiviert, er immer noch in Berlin und ich dann mit Mann und mindestens zwei Kindern in Schanghai. Und irgendwann wieder Deutschland und er sicherlich immer noch Berlin. Dosen finde ich immer wieder und damit auch immer wieder ein Grund nachzufragen: „Haste die schon?“ 

Und überhaupt sind Freundschaften unersetzlich im Leben, manche sind eng, manche locker, manche unregelmäßig, manche ernüchternd, manche ein Reinfall, manche tiefgreifend, manche hilfreich, manche chaotisch. Alle haben aber eines gemeinsam – sie prägen dein Leben.

Bis nächste Woche!

4. Oktober 2018 – der vierte Blog 

Hallo Luise, wie gehts Dir so? – Gut, danke. – Was treibst Du so neben Golf, Fotografie und Familie? – Och. Ich plane meinen Umzug nach China! – Was??? – Ja, wir ziehen weg. – Gehts nach Peking? – Nein nach Shanghai!  Kommt ihr wieder? – Ja, bestimmt, irgendwann in drei oder vier oder fünf Jahren. – Oh, Gott. Shanghai ist aber weit weg, oder? – Jepp, ist doch cool! – Kannst Du denn Chinesich? – Nein, aber ich fange im November an zu lernen! – Oh, Gott. Das tust Du dir an? – Ja, klar, ich will mich doch verständigen können und nicht nur mit Händen und Füßen gestikulieren oder jemanden finden, der mir was übersetzt…

Gut, dass Berlitz in Mainz einen Chinesischlehrer hat, der Muttersprachler ist und mir dann hoffentlich nicht nur die Sprache ein bisschen beibringt, sondern mir auch von Land und Leuten, von Sitten und Bräuchen, von Geschichte und Kultur und von den Kleinigkeiten des Alltags berichtet. Ich bin gespannt!

Seit wir nun den ungefähren Umzugtermin wissen, wird mir klar, dass ich einige Kunden bei ihren Golfsponsorenturnieren nicht mehr fotografisch begleiten kann. Das ist natürlich schade und somit bricht da im Kopf jetzt auch schon was weg. Ich muss also schon jetzt umdenken und mich auf die neue Situation ausrichten, dass ich mehr online arbeiten werde und Kunden darüber neu aquirieren sollte. So habe ich in der letzten Woche meine Aktivitäten auf Adobe Stock wieder ausgeweitet und will nun viele meiner Fotografien auch online zum Kauf anbieten. (Adobe Stock hat die bekanntere Bildagentur Fotolia 2014 übernommen.) Das ist kein einfaches Geschäft, denn es gibt bei Adobe Stock schon ein unglaublich großes Archiv an Fotos aus wirklich allen Bereichen der Fotografie. Jedoch beschäftige ich  mich mit meinen vielen, vielen Fotografien, beurteile sie neu, ob ich sie kommerziell verwerten kann und ob sie den Ansprüchen von Stock Fotografie gerecht werden. Ich reiche die Fotos ein, sie werden begutachtet und für interessant oder kommerziell geeignet eingestuft oder eben nicht, weil sie eben vielleicht auch nicht hochwertig genug sind. Von ca. 50 eingereichten Fotos, wurden 5 abgelehnt wegen technischer Probleme oder Artefakten. Das ist ok für mich. Bin ja auch keine Magnum Fotografin! Gerade das kritische Begutachten meiner Fotos und der damit aufkommenden Frage nach Verbesserungsmöglichkeiten bringt mich nach vorne und weckt meinen Ehrgeiz. Damit meine Fotos auch in der Fotosammlung von Adobe Stock gefunden werden, muss ich sie verschlagworten. Ich erkläre das Bild in Worte. Bis zu 50 Stichworte kann ich einer Fotografie geben, das scheint viel zu sein, kann aber schnell zusammenkommen. Diese Verschlagwortung muss nach Wichtigkeit abgestuft sein. Bei dieser Arbeit kann es dann auch vorkommen, dass ich Wikipedia nutze, mein Duden für  Fremdwörter brauche oder den Duden für Sachverwandte Wörter aufschlage. Das Beschäftigen mit der Sprache und das detaillierten Beschreiben einer Fotografie macht einfach Spaß. Da kommt es auch mal vor, dass mir ein fehlender Begriff plötzlich beim Autofahren einfällt und ich ihn später freudig nachtrage.

Eigene Shanghai Fotos habe ich noch nicht, denn ich war ja noch nicht dort. Auf Instagram folge ich dem Hashtag Shanghai und so kommen mir immer mehr Ideen, welche Art von Shanghai Fotos ich dann auch auf der Adobe Stock Bildagentur anbieten kann.

Noch 8 Tage und dann fliege ich los. Vorher noch nach Schottland und meinen großen Sohn abholen und meiner Tochter 2 Tage Schnuppern in dem Internat ermöglichen. Vielleicht geht sie ab Sommer 2019 dorthin und nicht mit uns nach Shanghai. Wie ich das dann finde, kann ich noch nicht ganz in Worte fassen. Leicht würde es mir sicherlich nicht fallen. Aber das Leben meiner Kinder gestaltet sich ja nicht vornehmlich nach meinen Wünschen, sondern nach den Wünschen des Kindes, als Eltern können wir lenken und leiten, aber Zwang ist kein guter Begleiter und keine Basis für ein vertrauensvolles Eltern-Kind Verhältnis.

Bis nächste Woche! 

27. September 2018 – der dritte Blog

Glaubt mir, es fällt mir nicht immer leicht, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ich im nächsten August hier die Koffer gepackt habe und erstmal die Tür hinter mir zu mache und alles, was ich in den letzten 10 Jahren seit unserer Rückkehr von 3 Jahren Mexiko-City aufgebaut habe, hinter mir lassen werde. Ich werde Dinge vermissen. Es ist der Rhythmus des Alltages, die allzu gewohnten Touren durch die Stadt, das regelmäßige Treffen der Freundinnen, der Freunde, der Familie und die langen Spaziergänge mit unserem Hund Frida in den Weinberge. Es sind die Einkäufe beim Bäcker, die Lieferung von frischer Milch und Joghurt aus dem Hunsrück direkt an die Haustür und es ist der nette Paketbote, mit dem ich immer wieder einen netten Schnack halte. Es ist die liebe Nachbarin, bei der ein Schlüssel vom Haus hinterlegt ist und der immer wieder von mir und den Kindern auf Funktionstüchtigkeit getestet wird. Es ist das Türklingeln mittags um eins, wenn die Kinder voller Hunger nach Hause kommen, den Ranzen in den Eingang pfeffern und in den Kochtopf schauen in der Hoffnung, dass es wieder Nudeln gibt. Es ist das Fahren jeden Donnerstag nach Mainz, wo meine Zwillinge mit Hilfen von zwei unglaublich lieben Lehrerinnen versuchen, nicht an ihrer LRS Schwäche zu verzweifeln. Und es ist so vieles mehr. Ich kann sagen, dass es schade ist. Ja, ich bewege mich in einer recht guten Comfortzone, alles läuft soweit, ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und liebe ihn, habe hier nette Kunden und es werden stetig mehr. Also, warum das dann um Himmelswillen aufgeben? Es steckt die Lust nach Neuem dahinter, die Begeisterung für andere Länder und andere Sitten und das nochmalige testen, wie ich das Alltagsleben im Ausland finde. Wahrscheinlich werde ich dann irgendwann nach Deutschland zurückkehren und wieder merken, wie schön doch Deutschland ist und wie wohlig wir hier so leben. Das machen sich viele von uns gar nicht bewusst. Änderung heisst Aufbruch und Aufbruch heisst nicht alles mitnehmen können, aber ein leeres Notizbuch passt immer in eine Tasche.  Darin können Erinnerungen aber auch neu Erlebtes notiert werden. Als Kind habe ich Tagebuch geschrieben, als Teenager habe ich Tagebuch und Golftagebuch geschrieben, habe auch in Italien einmal einen Kurs für Kreatives Schreiben belegt und erlebe gerade durch meine Neugierde nach Neuem plötzlich alte Leidenschaften wieder. Das Schreiben. Finde ich eigentlich sehr erkenntnisreich. Es ist auch die Kraft wieder da, sich auf Neues einzulassen, meine Kraft, die ich in den letzten Jahren massgeblich meinen Kindern und der Familie gegeben habe. Nicht missverstehen, ich habe dies gerne getan und werde es auch weiterhin tun, jedoch ist es zum Glück nicht mehr so kraftraubend. 

Die Look and See Reise mit meinen vier Kinder und meinem Mann rückt immer näher und die Anspannung steigt, wie es dort so ist. Verständlich, oder?

Bis nächste Woche!

______________________________________________________________________________

20. September 2018 – der zweite Blog

Die Resonanz auf meinen ersten Blog war überwältigend. Ich danke allen lieben Freunden, Bekannte, alten Weggefährten aus Kinderzeiten für so viele nette Nachrichten, E-Mails und fb-Messages. Ja, es wird anders! Ja, es wird spannend! Ja, Schanghai ist weit weg. Genau genommen ist die Entfernung von der Boehringerstraße 7 in Ingelheim bis zum BUND (eine große Flaniermeile im Zentrum) in Schanghai 8.867 km Luftlinie. Würde ich mich mit dem Auto auf den Weg machen, dann wären es 11.353 km. Hier würde ich durch Polen, Weißrussland, Russland und Kasachstan fahren und wäre 133 Stunden unterwegs. Uff. Da nehme ich doch lieber den Flieger und sitze 10 Stunden im Flugzeug und schaue Filme, lerne Chinesisch oder schlafe.  Die Lufthansa fliegt nonstop und auch einige asiatische Fluglinien. Lufthansa ist dann noch ein bisschen Heimat wenn ich hinfliege und wenn es nach Deutschland geht, habe ich beim Einsteigen gleich Vertrautes im Blick. Diese Erfahrung habe ich gemacht als ich mit meinem Mann Felix und den Kindern in Mexiko gelebt habe. Haribo Gummibärchen von der deutsch sprechenden Stuardess in die Hand bekommen, ja das kann schon etwas sehr Besonderes sein!!

Auf LinkedIn habe ich meinen Blog auch gepostet – und da flatterte von einem alten Golffreund, den ich seit bestimmt 25 Jahren nicht gesehen und gesprochen habe, eine herzliche Message auf mein Handy. “Hey, Luise, ich habe mit meiner Frau 3 Jahre in Shanghai gelebt. Wie kann ich Dir helfen?“ Und so entstand ein super nettes Telefonat, weitere werden folgen. Er hatte keine Zeit mehr, denn ein Golfturnier mit seinem Sohn startete… Aber für den Anfang hat er mich mit ausreichend Tips versorgt! Danke Martin!

Und auch ein Kollege von Felix, der in Shanghai war und jetzt auf den Philippinen mit seiner Familie lebt, hat uns gute Tips gegeben. Wir sollen einen Aircleaner kaufen und auch einen guten Wasserfilter mit vielen Ersatzpatronen. Ja, die Luft kann manchmal sehr dreckig sein und da ist so ein Ding in der Wohnung nützlich. Und das Leitungswasser schmeckt nach Chlor. Hmm. Jedoch ist die Luft nicht mehr so dreckig, wie vor 3 Jahren. Die Chinesen versuchen, die Verschmutzung in den Griff zu bekommen. Ich habe eine Air Quality APP runtergeladen. 4 Messstationen für Shanghai gibt es. Allerdings sollte man nur der Messstation an der amerikanischen Botschaft trauen – so Insider!

Ja, und auch die Besucherliste hat sich deutlich verlängert. Aus Ingelheim hat sich gleich eine Mädelstruppe angemeldet. Ich freue mich und heiße jeden Besucher herzlich Willkommen. Bei der Appartmentsuche werde ich auf die Größe des Gästezimmers achten!

Mein Mann ist offiziell seit einer Woche als Landesleiter ab 2019 in Shanghai von seinen neuen Kollegen begrüßt worden. Im Vorfeld gab es einen kleinen Wettbewerb unter den Kollegen, um den besten chinesischen Namen für Felix zu finden. Er heisst nun dort Gao Xi Fei. Er bedeutet: Flying High Together. Laut einer belieben “Chinese fortune telling website“ hat dieser Name den “highest auspicious score“! Ich bin begeistert. Es scheint mehr als wichtig zu sein, einen guten, den Glücksgöttern (?) zugewandten Namen zu haben. 
Ich möchte natürlich auch einen chinesischen Namen haben, der soll dann bei nächster Gelegenheit in einem weiteren Wettbewerb gefunden werden. Der Sieger oder der Kreativste bekommt dann von mir einen guten Deutschen Riesling und eine Schachtel Deutsche Schokolade. Dann habe ich auf höchster Ebene einen Glücksnamen – wie herrlich, besser gehts nicht.

Bis nächste Woche! 

______________________________________________________________________________

12. September 2018 – mein erster Eintrag 

Seit gestern ist es nun offiziell. Ich werde mich mit meiner Familie in 2019 noch einmal auf ein großes Abenteuer stürzen. Nach 5 Jahren in Italien und 3 Jahren in Mexiko werde ich mich mit meinem Mann und mindestens 2 meiner vier Kinder gen Osten aufmachen und China für die nächsten 3-4 Jahre unser Zuhause nennen. Ich ziehe in die Weltmetropole Schanghai und finde es wahnsinnig spannend. Es ist ein Land voller Gegensätze und ein Land voller spannender Orte, die es zu entdecken und zu bereisen gilt. Es wird definitiv anders sein als das 26.000 Einwohner zählende Ingelheim am Rhein, das im wunderschönen Rheinhessen liegt mit Weinbergen, Winzern und altem Fachwerkhaus, mit kleinen Weinschänken, schönen Fahrradwegen und Kerbfesten in jedem Dorf. Dies habe ich die letzen 10 Jahre erlebt und genossen, habe unsere Kinder groß gezogen und habe sie zur Selbständigkeit ermutigt, habe ihnen die Welt gezeigt und ihnen immer empfohlen, über den Tellerrand hinaus zu schauen. Der Tellerrand ist nun erstmal weit weg, der Weg aus der Comfortzone muss gewagt werden, aber ich bin mir sicher, es ist ein toller Weg und es ist eine Bereicherung fürs Leben.

Wahrscheinlich werde ich dann meiner Leidenschaft – der Golffotografie – erstmal nicht so wirklich nachgehen können, aber ich werde sicher andere neue Möglichkeiten für mich entdecken. Ein eigener Bildband über das Leben in Schanghai? Einen eigenen Blog? Ein Erfahrungsbericht schreiben und dabei das Leben der 1,4 Milliarden Chinesen mit meiner Kamera einfangen? Oder nochmal an eine Universität gehen? Nochmal etwas neues lernen? Mit 46 ist das nicht zu spät, um seinen Wissenhorizont zu erweitern  und die Neugierde für anderes zu stillen? Ja, so kann es sein!

Ich habe in den Jahren eine recht ordentliche Fotoausrüstung mir angeschafft, ich werde alles mitnehmen und sehe mich schon mit Fototasche durch das pulsierende Schanghai schlendern und den Finger nicht vom Auslöser nehmen.

Ich entdecke täglich neues – Fotoausstellungen, Fotomuseen, Fotokünstler – alles werde ich entdecken. Und das schöne dabei ist, dass Schanghai eine sichere Stadt ist und ich keine Angst um mich haben muss, wenn ich eben auch mal allein auf Entdeckungsreise in der Stadt gehe. Das wäre in Mexiko-City nun wirklich nicht möglich gewesen.

Annehmlichkeiten musst Du auch einfach nutzen und so wird mein Mann einen Chauffeur bekommen, der natürlich auch für mich und die Kinder da sein wird. Sofern ich mich mit ihm verständigen kann, werde ich ihn zu Touren mitnehmen. 

1 Kommentar

  1. Hi Luise,
    nun habe ich deinen Blog verfolgt, ich bin beeindruckt wie offenherzig Du erzählst, ich finde es super beeindruckend, ihr werdet Euren Weg finden, da bin ich mir sicher, denke jeden Tag an Euch, wenn ich unsere Praxis betrete, Ihr werdet eine großartige Zeit erleben, eure Kinder werden das meistern, denn Sie spüren Euer Herz Blut, das ist Karma, denn das was ich sähe, ernte ich auch. Luise, folge deinen Emotionen, das ist der richtige Weg. Ich bin gespannt wie es weitergeht, freue mich von Euch zu hören.
    Eins nur noch zu den Gastgeschenken, ja es ist super wichtig, bei mir kamen damals ZDF Accessoires super gut an, oder auch die kleinste Bibel von Gutenberg, ich drücke Euch, Ihr macht das 🙂

Schreibe einen Kommentar